Inseln

Blendend und grell
Flüchtig und schnell
Stürmisch und tosend
Überragend und wogend
Zieht der Alltag vorbei

Erst noch shoppen,
Dann noch kochen
Dahin ziehen die Wochen
Ununterbrochen

Wir leben in unsichtbaren Blasen
Ungestört, unerreichbar
Für neue Themen und Fragen
Filterblasen: ein schöner Schutz
Für den ruhigen Konsum und Genuss

Im Netz:
Nachrichten, Berichte und Reklamen
Über neue Fake-News-Paraden
Klimawandel nicht existent?
Tödliche Viren
Von Bill Gates gelenkt?

Und während wir
Auf unsere Bildschirme starren
Sind wir Blind und Taub
Wie verzweifelte Narren

Doch halten wir Inne…

Hören wir Stille?

Da sind verzweifelte Echos
Von Rufen und Schreien
Die Menschen
Die uns unsere Taubheit
Nicht mehr verzeihen

Denn:
Krieg, Hunger und Tod
Sind Andernorts
Alltägliches Brot

So leben viele
auf ihrer eigenen Insel
Allein und winselnd

Daher warum nicht
Die Hände reichen?
Vorausgesetzt die Viren weichen

Trotzdem:
Lasst uns jetzt in dieser langen
und bedenklichen Zeit
Selbst wenn es als unmöglich erscheint
Versuchen die vielen Konflikte besser zu schlichten
Und zwischen unseren kleinen Insel
Gemeinsam neue Brücken zu errichten.

[Niklas Kraus, 13ad]