Team der radikalen TöchterAm Donnerstag, dem 27.08.2026 und dem darauffolgenden Freitag besuchte das EngG-Profil des 11. Jahrgangs der Hebbelschule zusammen mit Schülerinnen und Schülern des Kunstprofils 11b der Toni-Jensen-Gemeinschaftsschule den Workshop „Macht kommt von Machen!“ an der Muthesius-Kunsthochschule. Organisiert wurde das Projekt von den Lehrkräften Tugba Heisel (TJG) und Steffi Klick (HS). Durchgeführt wurde die Veranstaltung von Mitgliedern der gemeinnützigen Organisation „Radikale Töchter“, die den Teilnehmenden näherbrachten, wie man mit verschiedenen Methoden der Aktionskunst auf politische oder gesellschaftlich relevante Themen aufmerksam machen kann.

Lernende finden ihr Mut-ThemaWenn persönliche Meinungsäußerung mit kreativer Umsetzung kombiniert wird, ist fast alles möglich: Mit Kreide auf den Boden geschriebene Statements, das Singen seiner Botschaft in der Öffentlichkeit, Proteste mit Symbolik und künstlerischen Elementen, Videos zum Ausdruck seiner Überzeugung im Netz oder sogar Produkte für die Unterstützung der eigenen Sache können als Aktionskunst gelten. Wirksame Aktionskunst verfolgt das Ziel, Aufsehen zu erregen, Leute zum Nachdenken zu bringen und sie vom eigenen Standpunkt zu überzeugen. Im Workshop wurden außerdem die Vorteile der Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Freunden, Familienmitgliedern, Kollegen, usw. an eigenen Projekten thematisiert, also das Bilden sogenannter Banden. Man kann sich dabei gegenseitig unterstützen und die persönlichen Stärken, Skills und ggf. Privilegien unterschiedlicher Personen für die gemeinsame Sache vereinen, um seine Aktion auf das nächste Level zu bringen.

Sammeln der Themen an der Mut-WandIn einem zweiten Schritt ging es um eine weitere wichtige Grundlage des künstlerischen Aktivismus, das Umwandeln von Wut in Mut. Vermutlich kennt jeder diese unangenehme Wut gegenüber Ungerechtigkeiten in der Welt, besonders mit dem Gefühl, nicht in der Lage zu sein, irgendetwas daran zu verändern. Die Veranstaltung vermittelte den Schülerinnen und Schülern, wie man diese belastenden Emotionen dazu nutzen kann, Motivation für eigenes Engagement und den Mut zur öffentlichen Präsentation zu finden. Die Teilnehmenden hatten anschließend die Möglichkeit, ihre Unzufriedenheit über verschiedene, persönliche Wut-Themen wie z.B. Rassismus, Tierquälerei oder Homo- und Transphobie in Entschlossenheit für eine eigene kreative Umsetzung im Stil von Aktionskunst umzuwandeln. Im Zuge dieser Umsetzung sind einige spannende Ergebnisse in den verschiedensten Formaten entstanden, darunter Sticker- und Plakatdesigns, Konzepte für öffentliche „Aufführungen“ oder besondere Protestformen, gemalte oder gebastelte Werke mit Symbolen für den öffentlichen Raum, oder Objekte zum Ausstellen in der Schule.

Arbeit zerbrochener SpiegelDas weitere Ausarbeiten und die tatsächliche Verwendung der Projekte ist jetzt den Schülerinnen und Schülern überlassen und über eine mögliche, zukünftige Zusammenarbeit zwischen dem Hebbel-Gymnasium und der Toni-Jensen-Gemeinschaftsschule wird noch entschieden. Letztendlich hat aber jeder die Möglichkeit, Aktionskunst zu erstellen, aus Wut Mut zu machen und öffentlich für das einzustehen, was ihm oder ihr am Herzen liegt. Jeder Beitrag kann etwas bewegen und die Vergangenheit der Aktionskunst hat gezeigt, dass es sich lohnen kann, groß zu denken…

Kim (HS)